Förderer des Post SV

Tischtennis-Tausendsassa

Sein Enthusiasmus und sein Engagement kennt keine Grenzen: Werner Vieweg wird neunzig.

 

Zeulenroda (Klaus Enzmann) „Der Sport hat mich jung gehalten“, ein Ausspruch des Jubilars, den er immer wieder gern interpretiert und seine Berechtigung hat, wenn man seine geistige Vitalität kennt und weiß, welche körperlichen Aktivitäten er noch versprüht. Sein Interesse für den Sport und zum Tischtennisspiel hat er mit reichlich 20 Jahren spät entdeckt und das unter primitiven Voraussetzungen, nämlich mit selbstgebastelten Schläger und auf einem ausgezogenen Küchentisch spielend. Dieser „Freizeitklopferei“ hat er im Mai 1953 ein Ende gesetzt. Werner Vieweg gehörte zum Kreis jener Initiatoren, die in Zeulenroda einen Ableger der TT-Sektion der damaligen BSG Lok Gera gegründet haben. Das war für ihn der Beginn einer beispielhaften Karriere. Ihm übertrug man die Funktion eines technischen Leiters. Durch den Aufbau einer Nachwuchsabteilung wurde es eng im Güterschuppen des oberen Bahnhofes Zeulenroda, eine der ersten Trainings- und Wettkampfstätte für die junge Sektion. Bis Anfang 1968, als man sich dem Postsportverein Zeulenroda anschloss, hat es mehrere Wechsel gegeben. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er in der Folgezeit an sein Leistungsvermögen gegangen, indem er noch die Funktion als Nachwuchsbetreuer des Vereins, als Vorsitzender der Spielkommission des Kreisverbandes Zeulenroda, die eines Staffelleiters und Mitglied der Rechtskommission des Bezirksfachausschusses Gera ausgeübt hat. Dazu hat er Presseberichte über die regionalen TT-Ergebnisse zugearbeitet. Nicht vernachlässigt hat er in dieser Phase seine Rolle als Aktiver. Ganz im Gegenteil. Ab Mitte der 60er Jahre ist er immer mehr in den Blickpunkt gerückt. So hat er ununterbrochen 31-mal an den Seniorenmeisterschaften des Bezirkes Gera bzw. Ostthüringens teilgenommen und sich für Titelkämpfe auf Landesebene und nach der Wende für die des Südwestverbandes qualifizieren können. 1990 hat er die Aufgaben des technischen Leiters in jüngere Hände gelegt, ab 1999 dann auch keine Wettkämpfe mehr bestritten. Für sein Wirken, seinen Einsatzwillen ist Werner Vieweg vom Landessportbund mit der Guts-Muths-Ehrenplakette ausgezeichnet worden. Der Thüringer Tischtennis-Verband hat sein jahrzehntelanges Schaffen zur Entwicklung des Post SV Zeulenroda sowie den Aktivitäten in den verschiedensten Ehrenämtern mit der Ehrennadel in Gold gewürdigt. Ganz hat sich der Neunzigjährige aber noch nicht vom Schläger getrennt. Einmal wöchentlich trifft man ihn mit einigen Senioren beim Freizeittraining in der Turnhalle der Rötleinschule, der Wettkampfstätte des Post SV Zeulenroda an. Große Achtung und Dankbarkeit fühlt er gegenüber seiner Ehefrau Edith. Ohne deren großes Verständnis hätte er nicht in der Zeitspanne von 60 Jahren den Tischtennissport selbst ausüben und sich diesem allgemein auf den verschiedensten Ebenen widmen können. Die Eheleute haben übrigens in diesem Jahr schon ein Fest gemeinsam, nämlich das der Eisernen Hochzeit feiern können. Neben den vielen Aufmerksamkeiten, die ihnen aus diesem Anlass zuteilwurden, haben sie auch Glückwünsche vom Bundespräsidenten Joachim Gauck und Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow erhalten.